Initiative Stadt Zürich

Die Initiative ist erfolgreich zustande gekommen!

Es ist geschafft! Die historisch erste pro-vegane Volksinitiative ist zustande gekommen! Mit 3047 gültigen Unterschriften wurde unsere „Initiative für nachhaltige und faire Ernährung“ erfolgreich an den Stadtrat Zürich überwiesen.

In rund 2 Jahren werden die Zürcherinnen und Zürcher damit vielleicht erstmals in der Geschichte der Demokratie über eine höhere Verfügbarkeit pflanzlicher Ernährung abstimmen können!

Medienmitteilung vom 12.10.2015

ZÜRICH, 12. Oktober 2015. Am Montagnachmittag reichten Sentience Politics und die Jungen Grünen Zürich ihre “Initiative für nachhaltige und faire Ernährung” beim Zürcher Stadthaus ein. Es handelt sich um die erste pro-vegetarische und -vegane Initiative. Über 50 Personen wohnten der Einreichung bei, die von kurzen Reden von Sentience-Mitgründer Adriano Mannino sowie der Grünen Nationalräte Bastien Girod und Balthasar Glättli begleitet wurde. „Die Reduktion von Tierprodukten ist ein grosser Hebel- und Synergiepunkt – mit positiven Auswirkungen für Mensch, Tier, sowie auch die Umwelt. Die Massnahme stellt einen attraktiven Hebel dar, um möglichst viel unnötiges Leid auf effiziente Art und Weise zu reduzieren”, so Mannino.

Sehr geehrte Medienschaffende

Nachhaltige Ernährung ist ein vieldiskutiertes Thema: in der Bevölkerung, der Gastronomie und dank Sentience Politics und den Jungen Grünen zunehmend auch in der Politik. Zusammen mit über 50 Unterstützenden wurde am 12. Oktober die Initiative für nachhaltige Ernährung eingereicht, die unter anderem ein tägliches veganes Menu in sämtlichen städtischen Betrieben und Institutionen vorsieht. In nur vier Monaten konnten rund 3500 Unterschriften gesammelt werden. Dass die Nachfrage nach vegetarischer und veganer Ernährung wächst und nicht angemessen bedient wird, betonten auch die Grünen Nationalräte Bastien Girod und Balthasar Glättli, die in ihren Ansprachen die Wichtigkeit dieser Thematik gerade in der Klimapolitik hervorhoben.

Marktmechanismen spielen in diesem Bereich nicht immer hinreichend: „Ich würde gern öfter vegan Essen; leider scheitert dies oft am fehlenden Angebot“, so Bastien Girod. Auch Glättli meint: „Interessant ist der liberale Ansatz: Es wird nicht mit dem Zeigefinger gemahnt, sondern ein Angebot für all jene geschaffen, die sich öfter nachhaltig ernähren möchten. Mit einem täglichen veganen Menü wird die Wahlfreiheit der KonsumentInnen erhöht.“ Nach einer kurzen Ansprache von Meret Schneider, Co-Projektleitung Sentience Politics, wurde die Einreichung von Adriano Mannino, Philosoph und Mitgründer von Sentience Politics, abgerundet. „Die Initiative ist klein: städtisch, 3000 Unterschriften. Aber sie ist auch gross: Es geht um global-ethische Themen wie Klimawandel, Nahrungsmittelknappheit und Tierrechte. Gerade die Tierrechte etablieren sich mehr und mehr als Politikum: Alle unterstützen den Tierschutz und sind gegen Tierquälerei. Doch Tierquälerei ist definiert als unnötige Schädigung von Tieren: Der Fleischkonsum schädigt Tiere – alleine in der Schweiz werden jedes Jahr 60 Millionen Landtiere getötet – und ist angesichts der gesunden und guten Ernährungsalternativen unnötig. Daher sollten wir ihn dringend hinterfragen”, so Mannino.

Freundliche Grüsse

Philipp Ryf und Meret Schneider, Projektleitung Sentience Politics

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Initiativtext Zürich

Die Gemeindeordnung der Stadt Zürich wird wie folgt geändert:

Art. 2septies

1 Die Stadt Zürich setzt sich unter Berücksichtigung aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse für die Förderung einer nachhaltigen und gesunden Ernährung ein. Sie fördert insbesondere eine vermehrt pflanzliche Ernährung; dazu

  1. unterhält sie eine Stiftung für die Förderung einer nachhaltigen, pflanzlichen Ernährung. Die Stiftung informiert über die Auswirkungen des Tierproduktekonsums auf das Klima, den Ressourcen- und Landverbrauch, die Gesundheit und das Tierwohl.
  2. ergänzt sie die Bewilligungskriterien bei Veranstaltungen um eine Auflage zum Angebot einer angemessenen Auswahl veganer Speisen.
  3. fördert sie die Ausweitung des vegetarischen und veganen Ernährungsangebots in den Verpflegungseinrichtungen öffentlich-rechtlicher Anstalten sowie weiterer Verwaltungsträger und sorgt dafür, dass in Verpflegungseinrichtungen, die mehr als ein Menü zur Auswahl haben, mindestens ein tägliches veganes Menü angeboten wird.

2 Die Stadt Zürich veröffentlicht unter Federführung der Stiftung alle zwei Jahre einen Bericht über die getroffenen Massnahmen, die erzielten Erfolge und die eingesetzten Mittel.

Art. 125 (Übergangsbestimmungen)

Die Stiftung für die Förderung einer nachhaltigen, pflanzlichen Ernährung wird durch die Gemeinde innert Jahresfrist errichtet.

Begründung

Initiativkomitee Zürich